Zensur, Solidarität und Informationsfreiheit auf digitalen Plattformen im Russland-Ukraine-Krieg.
Die völkerrechtswidrige Invasion in die Ukraine unter der Führung des russischen Präsidenten markiert eine Zäsur für die Weltgemeinschaft. Neu ist die digitale Dimension des Krieges in Bezug auf Plattformen wie zum Beispiel Meta, Twitter, YouTube oder TikTok. Sie befinden sich aktuell in einem heftigen Konflikt um Selbstregulierung, Zensur und Informationsfreiheit. Denn als Teil einer kritischen Informationsinfrastruktur ermöglichen sie eine unabhängige Berichterstattung, die Organisation von Hilfsangeboten und eine zivile Kommunikation innerhalb und außerhalb der Krisengebiete. Zudem nutzen auch Bürger*innen kleinere Plattformen wie Tinder, Etsy oder AirBnb kreativ, um sich durch Einzelgespräche mit Russ*innen oder direkte Spenden für Ukrainer*innen solidarisch zu zeigen. Auf der anderen Seite stehen viele der Plattform-Unternehmen stark in der Kritik, ihrer Verantwortung im Umgang mit Fake News, Propaganda und Hetze nicht gerecht zu werden. Derzeit offenbart sich ihre eigene politische Anfälligkeit durch den Versuch von Regierungen, digitale Plattformen für eigene Zwecke zu missbrauchen, zu sanktionieren oder direkt abzuschalten.
Deshalb fragen wir uns in dieser Ausgabe des Digitalen Salons, wie Plattformen und Nutzer*innen mit dieser Situation umgehen. Was passiert, wenn ein grenzübergreifender Austausch zwischen Ländern und ihrer Bevölkerung nicht mehr möglich ist? Lässt sich eine digitale Gesellschaft systematisch von der Außenwelt abkoppeln? Welche Wirkung hat das auf die Wahrnehmung und Weiterführung des Krieges?
Katja Weber diskutierte mit folgenden Expert*innen zum Thema Russland-Ukraine-Krieg:
Julia Eichhofer, Programmdirektorin der Ukraine-Projekte beim Zentrum Liberale Moderne und Referentin zum Thema “Green New Deal” in der Ukraine.
Ingo Petz, Journalist, Publizist und Osteuropa-Kenner. Seit 2020 leitet er beim Medienprojekt dekoder.org die Belarus-Redaktion.
Wolfgang Schulz, Direktor des Leibniz-Instituts für Medienforschung und Forschungsdirektor des Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft.
Die Einführung übernahm Nataliia Sokolovska. Als Forscherin und Projektmanagerin für das Forschungsprogramm “Wissen & Gesellschaft” am HIIG befasst sie sich mit neuen Wegen der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Vor allem interessiert sie die Frage, wie Forschung und politische Entscheidungsträger bei der Bewältigung von komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen zusammenwirken können.
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